WAR STOPS EDUCATION. EDUCATION STOPS WAR.

    Vor und nach der Flucht

    mit den Augen syrischer Kinder.

     

    Viele Flüchtlingskinder haben Furchtbares erlebt. Mit Buntstift und Papier bringen sie ihre Erfahrungen und Gefühle zum Ausdruck. Die syrischen Kinder zeigen, wie es vor der Flucht war, wie sie Gewalt und Terror erlebt haben, und wie es ihnen heute ergeht, nach überstandener Flucht in den Libanon, wo sie an Schulprogrammen des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes teilnehmen.

    Davor

    Mehr als 500.000 syrische Kinder können als Folge des Kriegs keinen Unterricht mehr besuchen.

     

    Danach

    Schulen sind für Kinder, die
    Augenzeugen von Greueltaten
    wurden, Orte des Friedens.

    Nabaa,

    9 Jahre alt, besucht eine Schule des JRS in Erbil, Nordirak:

    “Wir haben in Falludscha gelebt. IS-Kämpfer kamen und begannen zu schießen und Bomben zu werfen. Ich habe mich mit meiner Mama unter der Treppe versteckt. Draußen sind Häuser eingestürzt und viele Leute starben, auch zahlreiche Kinder. Die Wände und Decken sind auf sie gestürzt. Oder sie wurden von den Fässern verletzt. IS-Kämpfer kamen in die Häuser und töteten die Leute. Einige meiner Freunde konnten fliehen. Andere wurden umgebracht. Auf der Flucht mussten wir einen Fluss überqueren. Es waren sehr viele Leute in dem Boot und es war sehr wackelig. Ich kann nicht schwimmen. Einige versuchten, sich an einem Seil festzuhalten und so den Fluss zu überqueren. Sie sind ins Wasser gefallen. Als wir in Erbil ankamen, war ich erleichtert. Ich bin froh, hier in der Schule zu sein. Die Lehrer bringen mir alles bei – Englisch und Kunst und vieles andere. Ich liebe es zu lernen und Spaß zu haben.”

    Davor

    Viele Kinder waren schon
    so lange nicht mehr im Unterricht. 

     

    Danach

    Unterricht bedeutet
    Normalität und Gemeinschaft.

    Amina,

    9 Jahre, geht in der Zentralafrikanischen Republik in eine vom JRS wieder aufgebaute Schule

    “Wir Kinder haben schlimme Erinnerungen an den Krieg. Sie haben Leute mit Messern umgebracht und Granaten geworfen. Ich habe nichts mehr gegessen. Bomben sind gefallen, und wir mussten rennen. Wir sind in eine Moschee geflohen, wo wir auf Matten geschlafen haben. Als es zu regnen begann, lief das ganze Wasser hinein. Später sind wir zurück nach Hause gegangen. Ich möchte später einmal Lehrerin werden. Mein Lieblingsfach ist Mathe. Wir wollen Frieden. Krieg ist überhaupt nicht gut.”

    Davor

    In Syrien dürfen Kinder
    wegen der Bombenangriffe tagelang
    nicht das Haus verlassen.

     

    Danach

    In den Schulen des JRS
    können sie sich frei
    bewegen, lernen
    und spielen. 

    Flüchtlinge sind Menschen ohne festen Boden unter den Füßen. Auf der Suche nach einem sicheren Zuhause leben sie in provisorischen Unterkünften. Wertvolle Jahre verstreichen ungenutzt. Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst hilft überall dort, wo andere nicht hinkommen: in Syrien ebenso wie im Irak, im Südsudan, in Afghanistan, in Zentralafrika oder im Kongo.

    Mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge weltweit sind Kinder und Jugendliche. In den meisten Aufenthaltsländern gibt es für sie weder Schulunterricht noch eine berufliche Ausbildung. Wir dürfen nicht zulassen, dass sie durch Krieg und Vertreibung zu einer verlorenen Generation werden. Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst setzt daher verstärkt auf Bildungsprogramme, um jungen Menschen neue Perspektiven für die Zukunft zu eröffnen.

    Schulen geben Stabilität, sorgen für ein Stück Normalität. Mit „Mercy in Motion“ sollen nun so viele Spenden gesammelt werden, dass zusätzliche 100‘000 Flüchtlingskinder einen regelmäßigen Unterricht erhalten. Schon heute nehmen mehr als 140‘000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an Schul- und Bildungsprogrammen des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes teil.

     

     

    Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst sorgt dafür, dass die Lehrerinnen und Lehrer an seinen Schulen einen guten, qualifizierten Unterricht erteilen. Die Kinder in den Flüchtlingscamps profitieren davon. Sie gehen gerne zur Schule, um Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen. Auch Sprachen stehen auf dem Stundenplan. Diese junge Lehrerin aus der Zentralafrikanischen Republik berichtet, mit wieviel Freude die Kinder am Unterricht teilnehmen.

    Mit dem Segen und der  Unterstützung des Papstes haben wir Mercy in Motion gestartet. Mit Blick auf die 60 Millionen Flüchtlinge weltweit sagte Franziskus: „Jeder von ihnen hat einen Namen, ein Gesicht, eine Geschichte, eine unaufgebbare Würde.“ Der Flüchtlingsdienst der Jesuiten biete mit seinen Bildungsangeboten vielen Flüchtlingen Hoffnung und Zukunftsaussichten.

     

     

    Bei einer Audienz am 14. November 2015  in Rom erhielt der Papst von P. Tom Smolich SJ, dem internationalen Direktor des JRS, Hefte mit Zeichnungen von Flüchtlingskindern. Diese Hefte sind Teil unserer Spendenkampagne und werden ab 2016 in einigen der beteiligten Länder zum Kauf angeboten – zugunsten der Flüchtlingsarbeit des JRS.

     

    Diese Heftreihe haben wir mit Zeichnungen von Flüchtlingskindern gestaltet. Die Zeichnung auf dem Umschlag links stammt von Amina, die heute in einem Camp in der Zentralafrikanischen Republik lebt. Auf dem mittleren Heft ist das Dorf abgebildet, aus dem das ugandische Mädchen Jennifer von Rebellentruppen verschleppt wurde. Das Heft rechts stammt von dem Flüchtlingsjungen Akram. Seine Familie musste vor IS-Truppen fliehen. Akram besucht heute eine Schule der Jesuiten im Nordirak.