Was bedeutet Mercy in Motion?
     

    „Mercy in Motion“ ist eine Spendenkampagne des internationalen Flüchtlingsdienstes der Jesuiten (JRS). An den Schul- und Bildungsprogrammen des JRS nehmen heute bereits mehr als 140‘000 Flüchtlingskinder und -jugendliche teil. Mit der Kampagne „Mercy in Motion” wollen wir gemeinsam dazu beitragen, dass 100.000 weitere Kinder und Jugendliche aus Kriegs- und Krisengebieten zur Schule gehen können. Der Platz in einem JRS-Bildungsprogramm kostet pro Jahr und Kind rund 100 Euro. Pro Monat sind das 8,33 Euro. Eine kleine Summe, die im Leben eines Kindes alles ändern kann.

     

    Von Papst Franziskus unterstützt
    60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht, mehr als die Hälfte von ihnen Kinder und Jugendliche. Seit 35 Jahren setzt sich der JRS in zahlreichen Projekten für sie ein, er begleitet Flüchtlinge aller Religionen und Nationalitäten. Mit dem Segen und der Unterstützung von Papst Franziskus hat der Flüchtlingsdienst am 8. Dezember 2015, zum Jahr der Barmherzigkeit, „Mercy in Motion” gestartet. Der Name der Spendenkampagne heißt übersetzt „Barmherzigkeit in Bewegung”. Wir wollen nicht zulassen, dass Kinder und Jugendliche durch Krieg, Flucht und Vertreibung zu einer verlorenen Generation werden.

     

    In 45 Ländern aktiv
    Viele Flüchtlinge sind in den letzten Monaten nach Europa gekommen. Sie suchen bei uns Sicherheit und ein Leben in Frieden. Die meisten aber sind im eigenen Land auf der Flucht oder suchen Schutz in Nachbarländern. Der JRS ist in 45 Ländern aktiv. Er hilft nicht nur in Europa, sondern über das weltweite Netzwerk des Jesuitenordens überall dort, wo andere nicht hinkommen oder Flüchtlinge besonders schutzlos und gefährdet sind: zum Beispiel in Syrien, Libanon, Irak, Zentralafrika, Kongo und Südsudan.


    Umfassendes Bildungsangebot
    Bildung ist ein Schlüssel, um den Teufelskreis der Gewalt zu durchbrechen, Menschen in verzweifelter Lage Hoffnung zu geben, Frieden zu schaffen und zerstörte Länder wieder aufzubauen. Mit „Mercy in Motion “ wird das Angebot an Bildungsprojekten des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes erweitert. Es reicht von der Grundschule bis zur Online-Universität und schließt auch die Berufs- und Lehrerausbildung mit ein.


    Grundrecht auf Bildung
    Flüchtlinge stoßen immer wieder auf Hindernisse, wenn sie versuchen, einen Zugang zu Bildung zu erlangen – angefangen von überfüllten Schulen bis hin zur Fremdenfeindlichkeit in den jeweiligen Aufnahmeländern. Ihr Grundrecht auf Bildung wird oftmals ignoriert. Mehr als 2,6 Millionen syrische Kinder gehen derzeit nicht zur Schule. Weltweit besuchen nur 36 Prozent der Flüchtlingskinder eine weiterführende Schule und weniger als einem Prozent steht die Möglichkeit zu einer höheren Bildung offen.

    Schulen bieten Kindern den Halt, den sie brauchen, um den Verlust, die Angst und die Gewalt zu verarbeiten, die sie durchlebt haben. Eine Schule zu besuchen, kann Kinder vor Risiken wie geschlechtsspezifischer Gewalt, der Rekrutierung als Kindersoldaten, Kinderarbeit und Zwangsheirat schützen.

     

    Gegen die Gleichgültigkeit
    Menschen, die auf der Flucht sind, müssen irgendwann anhalten, und wenn sie dies tun, sind sie auf die Solidarität ihrer neuen Umgebung angewiesen. Flüchtlinge müssen ihr Leben neu aufbauen, und mit Hilfe von Bildungsangeboten haben sie die Möglichkeit dazu.

    Angesichts der gegenwärtigen Flüchtlingskrise leidet die Welt unter einer „Globalisierung der Gleichgültigkeit“, wie Papst Franziskus es ausdrückt. Sie ignoriert die Menschen, die der Barmherzigkeit bedürfen. Es ist an der Zeit, dies zu ändern.